Nahrung für 1.500 Menschen

Von August bis Oktober 2012 wurden von der Kinderhilfe Westafrika Spenden für die akute Hungersnot in Burkina Faso gesammelt. Dabei kamen durch Sammlungen in Gemeinden und durch Einzelspenden insgesamt 20.300 Euro zusammen.

Maissäcke im Lebensmittellager

Und so wurde das Geld eingesetzt:
309 Säcke Mais zum Stückpreis von 34,30 Euro wurden gekauft und verteilt. Für Transportkosten wurden 236 Euro benötigt. 167 Euro wurden als Barspenden an besonders bedürftige Familien ausgezahlt. Um der Verteuerung von Mais zu bestimmten Jahreszeiten entgegen zu treten, wird ein Maislager angelegt. Informationen dazu im Interview mit Pastor Moise Oubda. Für den Ankauf von Mais für das Lager werden 9.300 Euro eingesetzt.

Wer hat von den Spenden profitiert?
Im Gebiet Banfora leben 45 Missionare mit ihren Familien (insgesamt 254 Menschen). Sie erhielten 40 Säcke Mais. Im Gebiet Bana erhielten 30 Familien von Missionaren 30 Säcke. Im Gebiet von Kenedougou wurden 9 Familien (97 Personen) mit 10 Säcken Mais beliefert.

Lange Schlangen bei der Ausgabe von Maissäcken im Dorcas-Center


Die größte Verteilaktion wurde im Dorcas-Center in Bobo Dioulasso organisiert. „Meine Frau Elisabeth hat dort die Vereilung organisiert“, schreibt Pastor Moise Oubda. Dort kamen 113 Frauen, die insgesamt 512 Personen versorgen müssen. 120 Säcke Mais wurden ausgegeben. „Es war wirklich ein sehr emotionales Ereignis“, sagt Pastor Oubda. Diese Frauen waren die Mütter der Mädchen, die dort lernen. Schnell hatte sich die Verteilung herumgesprochen. Daraufhin standen am nächsten Tag knapp 200 Menschen vor unserer Tür und wir verteilten nochmals 55 Säcke an die wartenden Familien. Am dritten Tag verteilten wir Mais an die Mitglieder unserer Gemeinde. Auch hier herrschte große Dankbarkeit. 35 Säcke wurden verteilt, somit wurde 154 Menschen geholfen. Das Projekt Straßenjungs erhielt 28 Säcke für 86 Familienmitglieder der Jungen. Insgesamt erreichten wir so 1.561 Menschen und konnten ihnen helfen, die schwere Zeit zu überstehen. „Viele Missionare haben uns mitgeteilt, dass die Hilfe gerade zur rechten Zeit kam. Sie hätten sonst ihre Missionsstationen verlassen und zu ihren Großfamilien zurückkehren müssen, da sie in den kleinen Dörfern ihre Familien nicht ernähren konnten.“

Ausgabe an die Bedürftigen

Was bei der Verteilung alles passieren kann
Eine blinde Witwe (Moslema) erfuhr von der Verteilung und bat ihren Nachbarn, ihr einen Sack Mais zu bringen. Der Mann, hocherfreut über die Information, holte den Mais und behielt ihn für sich selbst. Da sandte die Frau in ihrer Verzweiflung einen anderen Mann, dieser behielt die Hälfte für sich selbst und gab der Witwe die andere Hälfte. Später erfuhren wir durch Zufall von einer armen blinden Witwe. Wir schickten einen Boten, der ihr einen Sack Mais und etwas Bargeld brachte. Die Witwe bat ihren Nachbarn, sich in ihrem Namen für den Mais und das Bargeld zu bedanken. Da wusste der Nachbar nicht, was er tun sollte.

Bericht: Pastor Moise Oubda – November 2012 / Übersetzung aus dem Englischen von Clemens Hirschwald