Bibliothek für Kinder in Ghana

Während es für uns in Deutschland selbstverständlich ist, Bücher lesen zu können und schon etliche Bücher gelesen zu haben, gibt es viele Kinder und auch junge Erwachsene hier in Zebilla, die noch nie ein Buch gelesen haben. Zum einen kann man fast nirgendwo Bücher in Zebilla finden und zum anderen sind diese für die meisten Kinder einfach zu teuer. Um den Kindern die Möglichkeit zu geben, in ihrer Freizeit Geschichten zu lesen, habe ich also beschlossen, ein Leseprojekt zu starten. Angefangen haben wir mit fünf Büchern, die ich in der nächsten großen Stadt finden konnte. Ich traf mich mit ein paar Kindern, die sich murmelnd hingesetzt haben, um die ersten Bücher zu lesen. Das Interesse und die Begeisterung der Schüler wurden immer größer und ich fing an, das Projekt auszubauen. Aus den anfänglich fünf Büchern sind nun über 70 Bücher mit den unterschiedlichsten Geschichten geworden, die von den unterschiedlichsten Schülern gelesen werden. Inzwischen gibt es sogar einen eigenen Büchereiraum in einem ehemaligen Gebäude einer Schule. Ein Raum, der nur für das Lesen bestimmt ist. Dort treffen wir uns jetzt jeden Montag für eine Stunde gemeinsames Lesen. Die Möbel für die Bücherei sind gerade in Arbeit. Die ersten Leser bekommen jetzt eine Büchereikarte, die es ihnen erlaubt, die Bücher für eine Woche auszuleihen. Damit wird auch den Kindern, die nachmittags auf dem Feld oder im Haus helfen müssen, ermöglicht, Lesen zu üben. Es läuft wirklich sehr gut, die Bücher werden pünktlich und unversehrt wieder zurückgebracht. Die Atmosphäre, die sich bildet, wenn zwanzig bis dreißig Jugendliche in einem Raum leise vor sich hinlesen, ist unbeschreiblich. Aus den aufgewecktesten Schülern werden plötzlich Kinder, die sich ohne Ablenkung auf ihr Buch konzentrieren. Aus Schülern, die am Anfang häufig noch Wörter nachfragen mussten, werden nun geübte Leser, die eine gesamte Geschichte allein durchlesen und verstehen können.

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